Was spektakulär klingt, ist – zumindest für uns Mitarbeitende – auch spektakulär: Wir haben unsere Organisationsform komplett geändert und uns neu aufgestellt. Wir glauben, dass dies ein richtiger und wichtiger Schritt war. Wie es dazu kam, wie wir nun zusammenarbeiten und welche Schlüsse wir daraus ziehen? Lesen Sie weiter.

Der Beginn

In den letzten Jahren hat unsere Firma ein starkes Wachstum durchlebt. Wachstum ist schön und grundsätzlich ein gutes Zeichen für ein Unternehmen; es bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Nicht immer waren wir als Unternehmen den strukturellen Herausforderungen gewachsen. Das war einer der Gründe, warum wir im Herbst/Winter 2015 begannen, uns mit der Änderung unserer Aufbauorganisation in einer internen Projektgruppe zu beschäftigen.

Als Basis musste zuerst eine gemeinsame Wahrnehmung der aktuellen Situation geschaffen werden. Wir haben uns und unsere Organisation offen und schonungslos hinterfragt, Schwächen gesucht und Stärken aufgezeichnet. Danach näherten wir uns einer Vision an: Wie müsste die Organisation sein, die wir etablieren möchten? Welchen Kriterien müsste sie entsprechen? Was wären die Rahmenbedingungen?

Wir wollten eine Organisationsform finden, die unter anderem folgende Kriterien erfüllen würde:

  • Einfachheit bieten
  • Flexibilät für Veränderungen im Umfeld schaffen
  • In unterschiedlichen Kulturen und Generationen funktionieren
  • Den Menschen ins Zentrum unseres Handelns stellen
  • Skalierbarkeit in der Anzahl Mitarbeitenden und Standorte gewährleisten

Kurz gesagt: Agil sein.

Die Suche nach der «richtigen» Form

Auf Basis der festgelegten Kriterien suchten wir nach der für uns passenden Organisationsform. Sollte sie auf Hierarchie basieren oder eher auf Heterarchie, also gleichberechtigt, nebeneinander? Wobei: Selbstbestimmung war uns ebenfalls wichtig – also eher Holarchie? Jedenfalls lieber nicht Anarchie... Schwierig, sich in diesen Begriffen zurecht zu finden. Schwierig auch, diese mit unserer gelebten Kultur zu verbinden. Ein langer, intensiver und hochspannender Prozess kam ins Rollen. Wir haben uns mit unseren Werten auseinandergesetzt, sie neu definiert und der Aufbauorganisation zu Grunde gelegt. Wir haben uns von anderen inspirieren lassen und schlussendlich Entscheidungen gefällt, welche die künftige Ausgestaltung der Organisation inhaltlich definierten. Im Frühling vermittelten wir unseren Vorschlag der gesamten Belegschaft. Das Projekt «simplify» wurde im April 2016 an einer Mitarbeiterinformation kommuniziert. Damit war der Startschuss für die Umsetzungsphase gefallen.

simplify by Erne – unsere neue Organisationsform

Wie sieht das Ganze nun aus?

simplify – unsere neue Struktur – besteht  im Wesentlichen aus Squads, Chapters und Tribes. Squads sind Teams die sich einer Mission, einer Aufgabe annehmen. Manche Squads sind und bleiben stabil bestehen (bsp. Kundenbetreuung eines gewissen Kundensegments), andere sind auf Zeit angelegt (bsp. Entwicklungsvorhaben in einer bestimmten Technologie oder Thematik). In einem Squad arbeiten verschiedene Fachspezialisten zusammen an einer gleichen Mission; dies fördert den interdisziplinären Austausch.

Im Chapter treffen sich die Fachspezialisten pro Fachgebiet übergreifend ihrer Squad Zugehörigkeit. Hier finden fachliche Themen ihren Platz, hier geht’s um inhaltliche, fachspezifische Aus- und Weiterbildung. Tribes fassen Squads ähnlicher Art und Thematik zusammen, eine Art Geschäftsbereich. Aktuell arbeiten wir in 4 Tribes, 18 Squads und 10 Chapters.

Unsere Führungsstruktur haben wir mit neuen Leaderfunktionen ausgebaut: Der Squad Leader führt den Squad und ist verantwortlich für die Erfüllung der Mission. Die fachliche Begleitung und Verantwortung übernimmt der Chapter Leader. Beim Tribe Leader liegt die Gesamtverantwortung für den jeweiligen Tribe inkl. Vertretung in der Geschäftsleitung.
Zusätzlich haben wir einen Quality Squad ins Leben gerufen, der sich unter anderem um die Weiterentwicklung der Organisation, die Begleitung und das Coaching der laufenden grösseren und kleineren Change-Prozesse kümmert.

simplify by Erne – ein Erfolgsmodell?

Jede Umwandlung dieser Grösse benötigt Zeit, bis sich die Änderungen etabliert haben. Wir sind auf gutem Weg und können bereits auf viele Erfolgserlebnisse zurückblicken!
Die internen Veränderungen wirken sich positiv auf das Kundenerlebnis aus. Die Umstrukturierung wird von unseren Kunden positiv und erleichtert aufgenommen. Das freut uns sehr und motiviert uns, den Change weiter voranzutreiben.

Weitere Herausforderungen

Wir haben mit simplify einige zu statische Gefässe eingerissen. Es liegt nun an uns, keine neuen Silos entstehen zu lassen.
Aus Sicht unserer Kunden hat simplify vieles vereinfacht, was eines unserer Ziele war. Aus interner Sicht ist simplify nicht so einfach wie es die Bezeichnung impliziert. Die neue Struktur erfordert mehr, gezielte und aktive Kommunikation. Dies zu lernen stellt einen kontinuierlichen Prozess dar. Wir wollen offen bleiben und uns - wenn nötig - wieder verändern. Das ist der Schlüssel, damit «simplify by Erne» zum Erfolgsmodell wird.